Es gibt eine Vielzahl von Bildern, die wir nicht mehr vergessen. Motive die Geschichte geschrieben haben. Einige davon sind handwerkliches Können, andere hohe Kunst oder sogar regelrechte "Zufallstreffer"- Ich benutze dieses Wort jetzt einfach einmal ohne näher auf den "Zufall" bei solchen Bildern einzugehen. Der überwiegende Teil (größer als Sie vermuten) ist nicht zufällig entstanden, viel mehr wurde alles genau geplant.
Glauben Sie wirklich ein Fotograf hat in perfekter Regenstimmung James Dean beim Bummeln in NY mal eben geknipst? Sie kennen das Bild mit gesenktem Kopf, Händen in der Tasche und Zigarette im Mund. Nein, es wurde inszeniert, bis ins Detail und James Dean ist immer und immer wieder die Straße auf und ab gegangen. Hunderte Fotos und 1 Bild ist geblieben. Das Thema Starfotograf ist zu komplex für einen kurzen Bericht aber ich kann sagen: "Wunder gibt es nicht, auchbei den Starfotografen nicht". Ein Bild entstehen zu lassen umfasst bereits in seiner Planung viel Energie und vor allem sehr viel Zeit. Wenn Sie mal wieder ein unglaublich gutes Foto sehen, erinnern Sie sich an die folgenden Worte und versuchen Sie mit diesem Grundprinzip immer zu arbeiten:
Ein guter Fotograf nimmt sich was er braucht !
Das hat schon Heinrich Zille so gemacht, August Sander, Diane Arbus, Helmut Newton, Harry Callahan und sogar der Schnappschusskönig Cartier-Bresson. Dessen Streetfotografie, ebenso wie die von Walker Evens, bis heute unübertroffen ist und immer zufällig wirkt aber nicht immer zufällig ist und zu manchen bekannten Motiven gibt (trotz analoger Fotografie) über 100 verschiedene Aufnahmen. Aber der Erfolg dieser Fotografen ist nicht das WARTEN auf den Zufall sondern das ERKENNEN, zu sehen und zu inszenieren. Sie verbinden Wichtiges mit Trivialen und schaffen einen möglichst frontalen Zugang zum Motiv. Schauen Sie sich um, drehen Sie sich um und probieren Sie verschiedene Blickwinkel aus. Bewegen Sie sich, Zoomobjektive sind hierfür nicht hilfreich, um die Fotografie zu erlernen sollten Sie in keinem Fall träge sein und in Bewegung bleiben, das geht am besten mit Festbrennweiten.
Ein Topfotograf blickt nicht von außen, er wird Teil der Welt, die erzeigt, bevor er den Auslöser druckt. Nur so werden Ihnen Bilder mit Intensität und Intimität gelingen. Um alle Möglichkeiten zu verstehen, sollten Sie Ihre Position daher oft verändern. Nichts in Ihrem Bild sollte nebensächlich sein, alles und jedes kleinste Detail wird für Bildsprache von Bedeutung sein, denken Sie daran. Ein gutes Foto ist auch Mut zur Klarheit und Intelligenz. Das Leise beobachten und auf das Foto des Lebens warten ist wie Lottospielen. Machen Sie es - sagen Sie der Person wie, wo und was sie machen soll, zögern Sie nicht machen Sie es und fragen Sie lieber hinterher um Erlaubnis. Sie müssen steuern und wenn nötig die Situation schaffen die Sie haben möchten, denn
SIE INSZENIEREN !
Sie machen das Bild, nehmen Sie sich was Sie brauchen ! Wenn Sie dann auch das handwerkliche Können haben mit Licht zu gestalten (Lichtbildnerei ist so ein so wunderschönes Wort) haben Sie das Ziel erreicht und werden so zu einem Teil des Bildes.
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