Das Auge der Kamera, Objektive und die richtige Brennweite

Das Objektiv ist das Auge der Kamera. Es besteht aus einer Kombination von Sammel- und Zerstreuungslinsen. Es wirft auf den Sensor ein kopfestehendes, seitenverkehrtes Abbild des Motive, auf das der Fotograf sein „Auge“ geworfen hat. Beim Kauf eines Objektivs müssen Faktoren wie Brennweite, Lichtstärke und die Abbildungsleistung berücksichtig werden. Natürlich spielen auch Größe, Gewicht und vor allem der Preis eines Objektivs eine Rolle.

Die wichtigsten Brennweiten im Überblick

Genau definiert müßte ich jetzt sagen, die Brennweite ist der Abstand des bildseitigen Brennpunkts von der bildseitigen Hauptebende. Im täglichen Gebrauch wird das dem Hobbyfotografen aber wenig sagen. Wichtiger ist es zu wissen, welche Auswirkung die verschiedenen Brennweiten haben und welchen Bildwinkel welches Objektiv erfassen kann:

15mm Objektiv (110 Grad)

Ein extremes Weitwinkelobjektiv, es eignet sich für weiträumige Landschaftsaufnahmen und auch Fotos von Innenräumen. Selbst bei voll geöffneter Blende erhält man bei einer solchen Brennweite eine riesige Schärfentiefe. Bei einem solchen Objektiv ist Autofokus nicht zwingend erforderlich, leider ist eine solche Brennweite recht teuer und auch schwer.

 28mm Objektiv (75 Grad)

Gegenüber einem gemäßigtem 35mm Objektiv erhält man hier noch immer eine deutliche Weitwinkelwirkung. Es ist jedoch ein extrem vielseitiges Objektiv und für eine Vielzahl von Anwendungen nahezu ideal. Für Räume, Architektur und Landschaft aber auch Menschen, wenn vor allem in Innenräumen wenig Platz ist für die Fotografie von Personen. Diese Objektiv ist sehr kompakt, auch der Preis eines solchen Objektivs bewegt sich im Mittelfeld.

35mm (62Grad)

Hier ist schon fast nicht mehr der Einsatz eines Weitwinkelobjektivs zu erkennen. Darum beginnt bei dieser Brennweite auch der Bereich, wo sich Räume korrekt darstellen lassen. Bis zu einer Brennweite von 50mm erhalten wir in diesem Brennweitenbereich die Darstellung von räumlicher Tiefe, wie sie unser Auge wahrnimmt. Perfekt sind 42mm-45mm. Wenn es eng wird, ist die Arbeit mit einem 35mm schon schwierig. Dafür erhält man aber meistens eine sensationelle Bildqualität, wie auch bei 40mm und 45mm Objektiven.

50mm   (46Grad)

Das „Normalobjektiv“ der Bildwinkel entspricht unseren Augen, auf einem 2dimensionalen Bild wirkt der Raum jedoch schon ein wenig kleiner. Toll ist bei dieser Brennweite, dass man sehr hohe Lichtstärken für sehr wenig Geld bekommen kann und die Objektive auch klein und leicht sind. Leider ist die Brennweite nicht sehr kreativ und die Möglichkeiten der Bildgestaltung, wie man sie bei Weitwinkel- oder Teleobjektiven hat, entfallen bei dieser Brennweite.

85mm (29 Grad)

Ein kleines und leichtes Teleobjektiv mit schönem Bokeh. Es ist das ideale Portraitobjektiv für formatfüllende Abbildungen von Kopf- bis Brustbild. Wie ein 28mm ein kleiner Allrounder.  Eigentlich gehört das Objektiv in jede Fototasche.

135mm (18 Grad)

Das klassische Teleobjektiv. Man erkennt schon eine starke Verdichtung. Objekte werden sehr schön hervorgehoben. Ideal auch für unbemerkte Schnappschüsse.

500mm (5Grad)

Eine extreme Brennweite, mit sehr stark verdichtender Wirkung, es holt nicht nur weit Entferntes formatfüllend heran es liefert „Zauberhaftes“. Leider für jeden Hobbyfotografen in wirklich guter Bildqualität nicht bezahlbar. Wer als Naturfotograf ein solches Objektiv sein Eigen nennen kann, weiß was er daran hat. Alle anderen sehen Fotografen mit diesen Objektiven am Rand des Fußballfeldes sitzen. Da sind schnell 8000 Euro und mehr weg. Günstiger geht es mit Spiegelobjektiven, die jedoch in Sachen Qualität nicht mithalten können. Es geht noch gewaltiger, wer einmal mit 1000mm einen Sonnenuntergang fotografieren durfte, weiß, wie groß dieser Feuerball durch die enorme Verdichtung bei solch hoher Brennweite werden kann. Leider dürfte dieses Erlebnis maximal 1 Fotograf von Tausend erleben. Ist aber unvergesslich!

Zoom Objektive  / PC / Tilt- Shift und Makro

Zoomobjektive gehören heute zum Standard. Hierbei sind vor allem das 24-70 und die Brennweite 70-200 zum Klassiker geworden. Die hochwertigen Konstruktionen sind hierbei so gut wie Festbrennweiten, allerdings dann größer, schwerer und vor allem auch teurer. Anfänger sollten mit Festbrennweiten das fotografieren erlernen. Nur wer in Bewegung bleibt, findet neue und interessante Perspektiven. Wenn Sie Zeit haben bei Ihren Aufnahmen, arbeiten Sie mit Festbrennweiten, das spart nicht nur viel Geld. Es macht auch mehr Spaß!

PC, Tilt- und Shiftobjektive gehören wie die Makroobjektive zu den Spezialobjektiven. PC, Tilt- und Shiftobjektive zeigen einen wesentlich größeren Bildkreis, als für die Aufnahme erforderlich. Dadurch kann die Optik vertikal oder horizontal verschoben werden. So erhält man, wie auch bei Fachkameras, einen anderen Bildwinkel und kann beispielsweise auch bei schwierigen Perspektiven die gefürchteten stürzenden Linien vermeiden. Makro Objektive stellen im Maßstab 1:1 da und liefern ebenfalls wie der Brennweitenbereich zwischen 35 und 50mm hervorragende Resultate. Sehr gute Brennweiten für Makroobjektive sind 60mm und 110mm.

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