geschrieben am: Donnerstag, 22. April 2010 - 09:10 Uhr
Auf kleiner Fototour mit Armin Gerhardts, dank einem Hinweis auf das doch erhebliche Farbrauschen bei der Canon 5D Mark II überprüfe ich meine Bodys und tatsächlich: das Rauschen, bzw. Farbrauschen und die roten Hotpixel unterscheiden sich bei den unterschiedlichen Gehäusen, und zwar ERHEBLICH!
Zum Teil bin ich jetzt beruhigt, denn ich bemerkte sichtbares Rauschen schon bei Iso200 und weiß jetzt, dass ein Defekt vorliegt. Aber mußte das sein. Sollte ich im Fotoladen vor dem Kauf einen Rauschtest machen und mich dann für das beste Modell entscheiden? Wird da etwa bei der Qualitätskontrolle der Sensoren bei Canon auch mal ein Auge zugedrückt, dem Preis zuliebe?
Hier geht es zum Hotpixeltest CANON 5D Mark II.
Zum anderen muß ich allen Canon Fotografen einfach noch einmal ein ganz großes Lob aussprechen. Auch ich gehöre jetzt zu denen, die ein paar Bilder mehr machen (müssen). Es gibt ja viele andere positive Dinge, die das kleine mehr an Rauschen und den nicht ganz so 100% erfolgreichen Autofokus rechtfertigen. Auch ich komme jetzt von einer standesamtlichen Trauung mit mehr Fotos als ich eigentlich bräuchte. Das war mit Nikon niemals notwendig gewesen. Ein Motiv das ich fotografieren wollte war zu 98% auch richtig fokusiert. Von 200 Fotos waren 190 perfekt fokusiert. Als Umsteiger von Nikon auf Canon, der trotzdem bei Canon bleiben wird, “Respekt liebe Kollegen”, ihr müßt ja richtig arbeiten bei Events.
geschrieben am: Montag, 19. April 2010 - 08:05 Uhr
Der Praxis-Kameratest der letzten Wochen mit den aktuellen Vollformat Modellen Canon 5D MarkII und der Nikon D700 ist abgeschlossen. Kein akribisches Pixelzählen mit Shoot-out nach K.o.-System, sondern eine selektiv-subjektive Bestandsaufnahme der verschiedenen Kamerasysteme und für meich leider, ich nehme es hiermit vorweg, der Entschluss nach langer Zeit vollständig mein bestehendes Kamerasystem zu wechseln.

................... die harte Wahrheit - der Praxistest ist beendet und der Sieger steht fest
Was heute diese Kamera kann, macht schon morgen eine andere noch etwas besser. Darum sollten technische Details bei diesem Praxistest meine Entscheidung nicht zu sehr beeinflussen. In spätestens 2-3 Jahren wird es die neuen Sensoren mit nanoskopischer Materialstruktur geben, die aus Quantenpunkten in der Größe eines Nanometers bestehen. Spätestens mit dem Einzug dieser neuen Technik bei den DSLRs wird es dann noch einmal einen gigantischen Sprung noch Vorne geben, bis dann der nächste ein paar Jahre später auch diesen ablösen wird.
Nein, mir waren andere, systembedingte Punkte wichtiger und so habe ich meinen Testsieger ermittelt: CANON 5D Mark II
Meine 10 Gründe für den Umstieg von Nikon auf Canon:
1. – besserer RAW import bei Adobe Programmen
2. – besserer Weißabgleich und dadurch schnellerer Workflow bei der Bildbearbeitung
3. – Sehr viel besserer Sucher für präzieseres und entspannteres arbeiten
4. – Speichermöglichkeit der vollständigen Kameraeinstellungen, uneingeschärnkt!
5. – Sehr viel Hilfreiches für die Praxis (Wahlrad, AutoIso, Af-Anzeige oben im Display usw)
6. – Größere Kompatiblität mit anderen Berufsfotografen
7. – Meine wichtigsten Objektive, das 35mm 1.4 und das TS-E 17/4 gibt es nicht für Nikon
8. – Die Bilder “wirken” auf die Kunden knackiger und schärfer
9. – Canons Software ist professioneller, umfangreicher und kostenlos
10.-Das ausgewogenste System. Für Studio- & Eventfotografie gleichermaßen geeignet
Ich verliere das bessere Rauschverhalten und die besseren Objektive, vor allem im Bereich der Vollformatkameras betrachte ich Objektive wie das 24-70 und das 70-200 von Canon sehr kritisch, der Randbereich ist für ExNikonianer sehr bedenklich und Canon sollte bei den Zoomobjektiven wirklich nachlegen. Gerne dann auch zu Preisen wie bei Nikon, aber bitte mit mehr Qualität im Randbereich. Ich verlasse den Besseren Autofokus, auch bei Kerzenlich nur ein Bieb … scharf. Das habe ich auch bei keinem einzigen L II USM Objektiv in dieser Geschwindigkeit und Präzision erlebt.
Ich verlasse eine Firma, die mir alleine wegen ihrer Philosophie schon sympatisch war. Eine Firma die nicht mehr Geld in Werbung als in die Entwicklung steckt und das Geld auf anderen Wegen wieder reinholt. Nikon hat seit 40 Jahren keinen Objektivanschluss mehr geändert. Ich gewinne dadurch aber meinen Frieden, vor allem wegen Nikons Software, dem NEF-Import bei Adobe. Die Farben sind durch den besseren Weißabgleich natürlicher und ich spare bei der hohen Anzahl täglich zu bearbeitender Fotos dadurch viel Zeit.
Wenn auch trickreich und mit doppelter Linie clever nachgeschärft, auf fast alle meine Kunden wirkten die Canonfotos knackiger, einige meinten sogar, die Bilder seien schärfer als die von Nikon. Das ist natürlich totaler Unsinn, aber Canons Rechnung geht mit diesem Konzept auf und schließlich sind es die Kunden die meine Arbeit bezahlen und nicht Fotogafen. Nun habe ich die Möglichkeit des besseren Austauschs und der Zusammenarbeit mit den Kollegen in Köln und Düsseldorf und bleibe aus diesen Gründen – wenn auch schweren Herzens – beim Canon System.
geschrieben am: Sonntag, 18. April 2010 - 10:34 Uhr
Überwiegend bleiben Fotografen bei dem System, an das sie gewöhnt sind und für das sie sich irgendwann entschieden haben. Nur wenige Berufsfotografen haben wirklich umfangreiche Erfahrungen mit beiden Systemen gemacht oder waren sogar bereit, trotz erheblicher Kosten, einen vollständigen Systemumstieg in die Tat umzusetzen. Hier nun einige Meinungen zum Thema warum Canon, warum Nikon:
Fotograf Sönke Peters aus Düsseldorf / www.photo67.de (von Nikon zu Canon):
Seit 7 Jahren bin ich mit Canon sehr zufrieden, nachdem ich mich schweren Herzens nach 20 Jahren von Nikon getrennt habe. 2003 war das Jahr, in dem eine digitale SLR mit Wechselobjektiven und sinnvollen Auflösungen erschwinglich wurde. Mein Weg führte mich von der Nikon FG bis zur F4S und der F100. Auch während meiner Zeit als Produktmanager bei der Leica AG habe ich meine Nikon-Ausrüstung nie verkauft. Dann, 2003 wurde die EOS 10D vorgestellt und zu diesem Zeitpunkt konnte Nikon seinem Konkurrenten Canon einfach nichts technisch vergleichbares oder gar besseres entgegensetzen. Auch in den nachfolgenden 5 Jahren hatte Canon hinsichtlich der Bildqualität und des Preis-Leistungs-Verhältnisses immer die Nase vorn. Daher verkaufte ich damals meine komplette Nikon Ausrüstung und sattelte auf Canon um. Zugegeben, noch heute finde ich einige Details in der Bedienung bei Nikon besser gelöst, aber letztlich bereue ich den Schritt bis heute nicht. Nikon hat in den vergangenen 2 Jahren die Wettbewerbsnachteile aufgehoben und wenn ich heute darüber nachdenke, ob ich zurück zu Nikon wechseln sollte, gibt es einige Gegenargumente:
- Qualität: Ich bin mit der Canon Qualität von (den meisten) Objektiven und Gehäusen sehr zufrieden. Ich brauche keine höhere Sensor-Auflösung, höchstens mehr Rauschfreiheit – aber hier ist die 5D Mark II schon heute spitze.
- Die Einarbeitung: Systemwechsel ist im Detail mit vielen Neuerungen, einem moderat veränderten Workflow etc. verbunden.
- Die Objektive: Canon Objektive sind gut. Jedenfalls die, die ich vorwiegend nutze: 70-200/2,8 L IS, 100-400L, 17-40L, 85/1,8, 35/1,4 L und das 24-105L. Bei Nikon gibt es kein Objektiv, dass beispielsweise im Vollformat das 24-105L ersetzen kann. Für die meisten Reportagen ist dieses Objektiv ein perfekter Kompromiss zwischen Brennweite, Lichtstärke, optischer Qualität und Gewicht. Und gerade hier klafft bei Nikon eine echte Lücke
- Der Service von Canon: Über Nikons Service kann ich nichts sagen, ich habe ihn nie genutzt. Der Service von Canon ist gut. Punkt.
Resümee: Ich mag die Marke Nikon, aber Canon konnte mich in den letzten Jahren mehr überzeugen. Als Canon Kunde bin ich mit der Qualität zufrieden, warum dann also wechseln?
Herzlichen Dank für Deinen Beitrag zum Thema Nikon oder Canon. Auch hier zeigt sich, mal eben umsteigen, warum? Der Aufwand ist sehr groß und die Anbieter liegen sehr dicht beieinander. In diesem Jahr hat Canon in Sachen Bildqualität die Nase vorn, im nächsten Jahr bringt Nikon die D800 mit ebenfalls 21 Megapixeln und Canon kommt wieder ein paar Monate darauf mit einer 5D MarkIII, die dann auch gleichermaßen erfolgreich bei hohen Iso-Werten ist usw usw. Darum spielen für den professionellen Fotografen oftmals noch andere Dinge eine Rolle wie beispielsweise: Service, Workflow, Kompatibilität mit Kollegen und eine große Objektivauswahl.
Fotograf Hans Peter Kierzkowskie aus Köln / www.pjk-atelier.de (Nikon und Canon):
Seit 13 Jahren fotografiere ich mit Nikon und bin natürlich sehr an die Bedienung der Nikon gewöhnt. Mir fehlt noch etwas Erfahrung mit Canon, bin von der Bildqualität und vor allem dem wirklich sehr gutem Weißabgleich jedoch schon jetzt sehr begeistert. So habe ich im Augenblick 2 Kamerasysteme. Ich fotografiere gleichzeitig mit einer Nikon D300, einer großen Auswahl an Festbrennweiten und Zoomobjektiven und bei schwierigen Lichtsituationen und den Aufnahmen wo ich mehr Details benötige mit einer Canon 5DII. Als Standardobjektiv verwende ich ein 24-105 VR. Für mich ein traumhaftes Objektiv für Eventfotografie, es bietet genau den Brennweitenbereich, den ich dafür benötige.
Durch den besseren Weißabgleich bin ich beim Workflow mit den Canon Fotos etwas schneller. Viele Fotos müssen nicht mehr korregiert werden. Umfangreiche Farbkorrekturen wie ich sie von den Nikon NEF-Dateien entfallen fast völlig bei den Canon Fotos. Ich weiß noch nicht ob ichvollstädnig zu Canon wechseln werde. Die Objektive von Nikon sind doch spürbar besser, vor allem im Randbereich. Auch das Autofokussystem der Nikon ist schneller und selbst bei schlechten Lichtverhältnissen präziser als der Canon Autofokus. Hinzu kommt für mich, dass ich mit dem grundlegenden Bedienungskonzept der Nikon besser klar komme, was sich ja evtl. noch ändern kann in nächster Zeit.
Wohin mich mein Weg führen wird, weiß ich noch nicht. Evtl. bessert sich der Workflow und vor allem die Farben der Nikonbilder ja nun bald, da Nikon mit Adobe zusammenarbeiten will um den Import der Raw Dateien zu optimieren. Sollte eine Vollformatkamera ähnlich der D700 mit etwas mehr Pixeln auf den Markt kommen (16-18 Megapixel wäre toll), eine D700x /s oder D800, ist es möglich, dass ich bei Nikon verbleibe und die 5DII wieder verkaufe.
Canon hat viele Vorteile und Nikon ebenfalls.
Es ist schwer der ein absolut eindeutiges Resümee zu schreiben:
Nikon = bessere Bedienung / bessere Objektive / besserer Autofokus / stabileres Gehäuse
Canon = Mehr Details / besserer Weißabgleich / schnellere Bildbearbeitung / hellerer Sucher
geschrieben am: Uhr
Bei den nächsten Testaufnahmen war es mir leider nicht mehr möglich, mit beiden Systemen (4 Kameras, verschiedenen Blitzen und Objektiven) gleichzeitig zu fotografieren. Ich finde jedoch, die bereits erwähnten Stärken und Schwächen sind bei den nachfolgenden Beispielen trotzdem sehr gut zu erkennen. Wenn es sich hierbei auch um völlig verschiedene Hochzeitsfeiern handelt, mit unterschiedlichen Lichtsituationen und anderen Kundenwünschen, so sind jedoch selbst in der Verkleinerung die Unterschiede der beiden DSLR-Systeme gut zu sehen.
Canon liefert knackigere Bilder durch einen stärkeren Kontrast und auch stärkeres Schärfen in der Kamera, mit einer Tendenz zu Rottönen: Zu den Canon Hochzeitsfotos.
Nikon hingegen schärft nicht ganz so stark, hat den größeren Dynamikumfang, mit der immer typischen Nikontendenz zu Gelbtönen: Zu den Nikon Hochzeitsfotos.
Ist es vielleicht weniger eine Frage der Qualität, mehr die des Geschmacks? Ich muß betonen, die Bildbearbeitung der Canonfotos war um ein vielfaches leichter. Der automatische Weißabgleich der 5DII hat bei 95% der Aufnahmen perfekte Arbeit geleistet. Für 190 Canon Fotos benötigte ich etwa 2 Stunden Bildbearbeitung. Bei den Nikonbildern benötigte ich für nur 150 Fotos fast doppelt so lange. Vor allem über Iso 1600 waren viele aufwendige Farbkorrekturen notwendig bei den Bildern der D700.
geschrieben am: Uhr
Die kirchliche Trauung von Sabine und Dominik. Die Fotografiedauer betrug hierbei 2,5 Stunden. Nach der Trauung und einigen Portraitaufnahmen an verschiedenen Plätzen, die wir auf dem Weg zum Restaurant entdeckten, war noch etwas Zeit für einige Aufnahmen beim Sektempfang. Insgesammt sind hierbei 371 Kameraoriginale für Sabine und Dominik entstanden und 190 hiervon wurden bilbearbeitet.
geschrieben am: Uhr
Einige Aufnahmen der standesamtlichen Trauung in Köln. Klassische Hochzeitsringe gab es bei dieser Trauung nicht. Das Brautpaar hatte ausdrücklich um keine Hochzeitsportraits gebeten und so sind neben der Trauung im Standesamt in Köln, noch einige Bilder beim anschließendem Empfang im Restaurant entstanden. Die Fotografiedauer betrug 2 Stunden, von 287 Kameraoriginalen die der Kunde erhalten hat, wurden 150 ausgewählte Fotos zusätzlich bildbearbeitet.
geschrieben am: Freitag, 16. April 2010 - 11:09 Uhr
Ich bitte ausdrücklich um große Nachsicht bei den nachfolgenden Bildvergleichen. Diese Bilder wurden wegen des besten Bildvergleichs ausgewählt. Es viel mir nicht leicht, parallel mit der Nikon D700 und der Canon 5D Mark II zu fotografieren. Um die Fotos zeigen zu können, die am besten das Gesamtergebnis wiederspiegeln, habe ich die nachfolgenden Aufnahmen gewählt, auch wenn diese nie ein Kunde gesehen hat.
Fotografiert wurde jeweils mit den Zoomobjektiven AF-s 24-70 2.8 und AF-s 70-200 2.8 VRI von Nikon und den Canon Objektiven EF 24-70 2.8 L USM und dem EF 70-200 2.8 L IS USM. Wenn ein Blitzgerät eingesetzt wurde, dann bei Nikon das SB-900 und bei Canon der 580 EX. Bei den jeweiligen Sitationen wurden die Kameras immer gleich eingestellt. Gleiche Blende, gleiche Belichtung, gleicher Iso und gleicher Modus bzw. die gleichen Blitzeinstellungen. Weiterhin habe ich die Bilder dann in Lightroom 2.6 importiert und die jeweilig notwendigen Anpassungen gemacht.
Die nachfolgenden Bildbeispiele zeigen deutlich den besseren Weißabgleich bei Canon. Ebenso sind die typischen Nikonfarben noch immer erkennbar. Überrascht hat mich bei diesen Aufnahmen im Standesamt die wirklich gute Leistung des Canon 580EX bezüglich des Zusammenspiels mit der Kamera. Gleich welche Lichtsitation, Nikons Blitz war im TTL Modus doch – trotz Korrekturen – im Bild öfters spürbar und der Canon 580EX erschien mir zusammen mit der 5D MarkII unauffäliger zu arbeiten.
Was jedoch mir persönlich bei der Arbeit im Standesamt besonders gefiel, war der sehr viel deutlichere und hellere Sucher der Canon Kamera. Im direkten Wechsel bekommt man eine Vorstellung davon, um wieviel leichter es ist mit der Canon auch unter schwierigen Lichtverhältnissen zu arbeiten. Ich muß gestehen, obwohl ich seit über einem Jahr mit Nikon täglich fotografiere, habe ich instinktiv in den schwierigen Situation die 5D MarkII genommen und das, obwohl mir diese Kamera eigentlich nicht vertraut ist. Ich fühlte mich sicherer. Zudem störte micht bei der standesamtlichen Trauung der laute Spiegelschlag der D700. Wie immer, links Canon und rechts Nikon.
Wie bei den letzten beiden Aufnahmen gut zu sehen ist. Selbst in schwierigen Situationen mit Gegenlicht hat die Canon 5D Mark II mit dem 580EX Blitz alles richtig gemacht. Ich hatte den Blitz nach oben gerichtet und die Reflektorscheibe herausgezogen. Nikons Blitz ist super, hat das aber in dieser Situation nicht so gut hinbekommen. Ich habe dann, wie ich es schon oft getan habe, den Blitz einfach manuell eingestellt und habe dann auch mit dem SB900 sehr gute Ergenisse erziehlt.
So ist mein erster Hochzeitstermin mit beiden Kamerasystemen doch tatsächlich an Canon gegangen. Zumindest von der Nikon mit dem 70-200 hatte ich mir schönere Portraits im Freien versprochen als mit der Canon. Da ich durch ein selbst erstelltes Picturestyle für Outdoorportraits nun aber für mich eine sehr gute Einstellung bei der 5D Mark II gefunden hatte, konnte die Nikon auch bei den Outdoorportraits nicht mehr auftrumpfen. Hinzu kommte, dass beim 5 minütigen Shooting die Mittenbetonte Belichtungsmessung bei der Canon wirksamer war und von 30 Fotos aus der Canon kein einziges Spitzlichter aufwies. Es könnte auch ein Zufall gewesen sein, nur leider, häufen sich von Termin zu Termin die Zufälle für Canon.
geschrieben am: Donnerstag, 08. April 2010 - 04:52 Uhr
Nikons ViewNX hat keinen guten Ruf. Das Programm läuft weder bei PCs noch beim MAC Betriebssystem stabil. In vielen Foren häufen sich Beschwerden über Nikons Software. Sogar ganze Dateien und Ordner werden zerschossen und von der Festplatte gelöscht. Das ist keine professionelle Software! Will man aber die 100% Bildqualität, bleibt einem als Nikonfotograf nichts anderes übrig, als die NEFs vor dem Import bei Adobe-Software in ein Tiff zu wandeln. Auch Nikons Software Camera Control macht hin und wieder Probleme. Ganze 169 Euro will Nikon für eine Software, die sogar noch Rechtschreibfehler hat und nebenbei bemerkt, ebenfalls laienhaft programiert ist.
Canon ist bei der Software klarer Sieger für mich: Die Software ist komplett kostenlos und Eos Utility ist wirklich, inklusive Liveview, eine tolle Möglichkeit die Kamera vom PC aus zu steuern. Auch der RAW Converter leistet tolle Arbeit und ist immer stabil. Weiterhin gibt es die Software mit Namen Picture Style Editor. Etwas Vergleichbares bietet Nikon seinen Kunden nicht an.
Was das Herz begehrt kann voreingestellt werden bei der EOS 5DII. Noch umfangreicher, als dies schon direkt in der Kamera möglich ist. So habe ich meine individuellen Styles erstellt für Studioblitz, Portrait und auch für mein Sorgenkind Outdoorportraits mit Canon. Wie im nachfolgenden Bildbeispiel gezeigt, bei Tageslicht und Sonnenschein machen Portraits mit Canon keine so gute Figur im Vergleich zur Nikon D700. Auch die Picture-Style Vorgaben von Canon konnten mich als Nikonfotografen da nicht überzeugen.
Nach einigen Testbildern habe ich dann aber eine Einstellung finden können und damit mein eigenes Outdoorstyle erstellt. Zeichnung in den Tiefen, weniger Kontrast, Rot/Magenta etwas ins Orange/Gelb verlagert und die Sättigung der Blautöne minimal reduziert. Noch einige andere kleine Anpassungen und alles war so, wie ich es mir wünschte.
Bravo Canon, mit diesem Editor hat jeder Canonfotograf alle Möglichkeiten die er braucht um seinen bevorzugten Bildstil selbst erstellen zu können.
geschrieben am: Uhr
Ein paar Tage Fehmarn. Immer dabei, Nikon D700 und die Canon 5DII. Es bleibt der bereits entstanden Eindruck: Was die Bilder von Canon immer so knackig und strahlend wirkend lässt, wird nun bei Outdoorportraits zum Nachteil. Natürlich gibt es die Möglichkeit mit Picture Style hier entsprechende Voreinstellungen zu wählen, Kontrast und Schärfen zu reduzieren, dies habe ich auch getan, Kontrast -1, schärfen auf O, Picture Style Neutral. Die Tendenz zum typischen Canonbild bleibt trotzdem erhalten.
Schön zu sehen, Canon zeigt trotz der Verkleinerungen minimal mehr Details und sieht knackiger aus. Nikon hat dagegen alles etwas flauer und dafür sanftere Hauttöne. Gerade bei diesen Aufnahmen im Freien gefällt mir das besser.
Beim Thema Autofokus, gibt es noch weniger zu testen. Ich habe es schon oft getan und wieder hole es. Der Autofokus von Nikon ist besser in extremen Situationen. Als mein Sohn Max auf dem Trampolin gesprungen ist, bin ich mit der Canon fast verzweifelt. Egal welches Objektiv und welche Autofokuseinstellung. Über 100 Bilder und die beiden nachfolgenden waren die besten Fotos die entstanden sind. Das macht Nikon mit links, 10 Bilder gemacht und 9 Bilder davon sind ein Treffer. Wäre ich Sportfotograf, oder müßte oft Kinder beim spielen fotografieren, ich hätte Nikon!
Es gibt noch 2 weitere Vergrößerungen der Fotos, hierfür einfach in die jeweiligen Fotos klicken. Wer aber genau hinschaut, erkennt das Nikon oder Canon Bild schon in der Verkleinerung und auch das finde ich sehr interessant.
Die ersten Bilder der Trampolinversuche = Canon, darunter Nikon.
Alle nachfolgenden Aufnahmen, links immer Canon – rechts Nikon.
Auch bei dem Beispielfotos am Strand sehr gut zu sehen: Canon ist bei starken Kontrasten einfach zu knackig (selbst in der Einstellung neutral) und hat kaum noch Zeichnung in den Tiefen. Nikon sieht zwar auf den ersten Blick flauer aus, zeigt aber trotz strahlendem Sonnenlicht noch viele Details in den dunklen Bereichen. Ebenso bei den Beispielen mit den Farben. Nikons gelb geben Canons rot. Bei Tageslicht gewinnt daher Nikon für mich. Die Bilder sind so gewählt, dass die Unterschiede sichtbar sind.
Schöne Fotos sind das alles nicht, diese Aufnahmen zeigen jedoch am besten, wie die Tendenz bei allen Fotos die auf der Insel Fehmarn entstanden sind war.
Bleibt mir noch zu erwähnen, dass bei der Durchsicht aller Fotos unseres kurzen Urlaubs auf Fehmarn, die knackigen Bilder der Canon meiner Frau überwiegend besser gefallen haben. Begleitet mit einem “oh, das ist aber schön”. Was zeigt, dass manche Dinge, auf die ich als Fotograf achte (wie die Zeichnung in den Tiefen) für andere Betrachter unwichtig sind. Der erste, kurze Eindruck beim durchklicken am PC spricht für Canon.
geschrieben am: Mittwoch, 31. März 2010 - 10:19 Uhr
Ich muß gestehen, je länger ich mit den verschiedenen Kameras in der Praxis arbeite, um so mehr kann ich die Ergebnisse von Ken Rockwell nachvollziehen, dieser hat sich im übrigen für das Nikon System entschieden. Seine Entscheidung machte er vor allem von der Qualität der Objektive abhängig. Kameras werden oft schon nach kurzer Zeit durch ein technisch besseres Modell ersetzt. Ein gutes Objektiv war und ist die Grundlage für professionelle Arbeit, egal mit welcher Kamera, aus welchem Baujahr, Sie gerade fotografieren.
Wußten Sie, dass Nikon im Bereich der Labortechnik und bei Mikroskopen Marktführer ist. Die leistungsstärksten Optiken von Nikon für Wissenschaft und Forschung (Marktanteil fast 40%) zeigen bis zu 10.000 Linien pro Millimeter? Damit lag Nikon mehr als 1mal sogar vor Zeiss und Leitz. Ich glaube, die meißten Fotografen kennen auch die Testberichte bei Photozone. Bei der Durchsicht wird auch dort schnell klar, dass die Nikon Objektive zur Spitzenklasse gehören, was sich leider auch preislich niederschlägt.
Ken Rockwell hat die Canon 5D Mark II ebenfalls getestet und auch Vergleichtests zwischen Nikon und Canon Kameras gemacht. Die Seiten von Kenn Rockwell sind sehr umfangreich. Man sollte sich Zeit nehmen, denn es gilt, eine große Zahl von Testberichten zu durchforsten. Das Fazit von Ken Rockwell (er fotografiert seit den 70er Jahren) lautete nach unzähligen Tests: Für Portraits, Konzert und Sport nehmen Sie am besten Nikon. Wenn die Details Ihnen nicht genügen, greifen Sie zur Canon 5D Mark II oder auch dem Vorgänger der 5D, vor allem für Landscapes und andere Aufnahmen mit vielen Details sind diese Canon Kameras sehr zu empfehlen.
Ganz so einfach ist es für mich nicht und ich finde, alle Fotos von Ken Rockwell haben die typischen Nikonfarben gemeinsam. Er scheint eine Vorliebe für diesen Farbstil zu haben. Einige Dinge sehe ich exakt so wie Ken Rockwell. Vor allem im Bereich der Portraitfotografie und natürlich im Eventbereich kann ich dies nachvollziehen.
Ich bin jedoch auch der Meinung, dass alleine die Testberichte und Bildvergleiche für eine solche Beurteilung nicht genügen. Ein Bild hat auch eine Farbstimmung, einen ganz bestimmten Stil. Canon hat den Profimarkt seit vielen Jahren im Griff und wir sind durch die Überzahl der fotos auf dem Markt alle etwas “Canonorientiert”. Der Canonstil “fühlt” sich daher professioneller an, wenn auch das eine oder andere Pixel oder etwas mehr Rauschen eine andere Sprache spricht.
Auch meine Frau ist von den knackigen Fotos der Canon Kamera immer wieder beeindruckt. Sie zählt keine Pixel und schaut auch nicht in den äußersten Bereich der Fotos, oder kann Objektivverzerrungen erkennen. So wie meine Kunden, trifft sie eine Entscheidung aus dem Bauch heraus ohne dies zu begründen. Nur Geschmacksache?
Für mich ist die derzeit optimale Kombination: Canon 5DII mit Objektiven bis maximal 70mm Brennweite. Alles ab 85mm – Aufnahmen für Portraits, Sport und Konzert, was auch höhere Isowerte für schnellere Verschlusszeiten erfordert sowie einen blitzschnellen Autofokus in jeder Situation – mit Nikon D700 oder wer es sich leisten kann mit der D3s.
Ob es ratsam ist mit beiden Systemen zu arbeiten kann ich noch nicht sagen. Ich habe mich aber zu diesem Schritt entschlossen. So werden die Kunden in den nächsten Wochen entscheiden was gefällt und ich berichte über das Ergebniss.
Die Arbeit mit der Canon 5D Mark II fällt mir persönlich leichter. Der Sucher ist um Welten besser und erlaubt präziseres arbeiten. Einige Funktionen wie Vollautomaik auf einen Dreh sowie 3 individuelle Programme die ebenfalls mit einem einzigen Griff eingestellt werden können, haben es mir angetan. Peinliche Momente die ich von der Nikon-Praxis kenne “hallo, sie sind der Fotograf, schauen sie mal, das müssen sie schnell fotografieren” – bleiben mir erspart. Wenn man gerade die Kamera mühsam auf eine bestimmte Situation eingestellt hat, ist das mit Nikon ein kleiner Alptraum, entweder ins Menue oder mit wenigstens 3-4 Einstellungen direkt an der Kamera alles umstellen und alles was vorher eingestellt war ist weg. Das Gefummel an den Knöpfen wirkt für keinen Kunden professinell, auch wenn es schnell geht. Die Canon 5D Mark II gebe ich nicht mehr her! Fragt sich nur, was die nächsten Wochen in der Praxis bringen und wie die Tendenz der Kunden bei der Bildauswahl ausfällt.
Die Fortsetzung zu Nikon vs. Canon gibt es dann mit einem entgültigem Fazit Anfang Mai.
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