Neues Leistungsangebot von Fotografenwelt

    geschrieben am: Freitag, 23. Juli 2010 - 11:16 Uhr

Am 23.07.2010 wurde das Leistungsangebot von Fotografenwelt in Köln erweitert. Wir freuen uns, mit dem Industriefotografen Heiko Marcher und dem Atelier “Weitblick” einen echten Spezialisten für den Bereich Industrie- und Werbefotografie begrüßen zu können. Heiko Marcher übernimmt ab sofort alle fotografischen Arbeiten auf dem Gebiet der Produktfotografie.  Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir zum Thema 3D Animationen weitere Arbeiten vorstellen. Heiko Marcher ist zudem für Design, Layout und Fotomonagen im Bereich Industrie verantwortlich.

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Canon 70-200mm L IS II USM als 2.8 oder 4.0 ?

    geschrieben am: Dienstag, 20. Juli 2010 - 04:27 Uhr

Lohnt sich eine Blende mehr für den doppelten Preis? Diese Frage haben wir uns nach einigen Tagen mit unterschiedlichen Probeaufnahmen und Tests gestellt. Eine mehr als berechtigte Frage, denn immerhin ist der Preisunterschied erheblich. Für ein Canon 70-200 2.8 IS L II muß genau so viel auf den Tisch gelegt werden, wie für das gleiche Objektiv als 4.0 Version, eine 85mm 1.8 Festbrennweite und ein 100mm Makro 2.8 mit Bildstabilisator von Canon noch oben drauf. Oder für über 1000,- Euro gleich eine zweite Kamera kaufen, es gibt einige Möglichkeiten. Mit 1000,- Euro kann man schließlich noch einiges machen.

Wenn der Preisunterschied so groß ist, lohnt sich der dickere Brocken mit dem zudem auch mehr als doppelt so hohem Gewicht (satte 1,5 Kilo)?
Test Canon 70 200 2.8 II versus 4.0 - ein Bild-Vergleich

Vorweg, das neue 2.8 70-200 von Canon ist dem Vorgäner in vielen Bereichen überlegen. Wir sparen uns die Vergleichsfotos mit dem Vorgänermodell, bei allen Blenden ist die Schärfe nicht nur in der Bildmitte höher, vor allem im Randbereich ist das IS II besser. Die Vignette konnte beim IIer weiter reduziert werden und der Bildstabilisator ist ebenfalls verbessert. Wer die 2.8 braucht sollte den Umstieg in keinem Fall scheuen, es lohnt sich!

Was uns jedoch schon in den ersten Tagen aufgefallen ist, die Farben gefallen vor allem bei Hauttönen nicht mehr so gut. Für unseren Geschmack (wir haben Testbilder mit Vorgänger, f4 Version und auch verschiedenen Festbrennweiten gemacht) ist der Rotanteil etwas zu hoch, zudem gibt es eine leichte Verlagerung in den Magentabereich hinein. Egal bei welchem Licht wir Portraits gemacht haben, die Ergebnisse waren immer so wie die beiden nachvolgenden Beispiele zeigen:

Farbtest Canon 70-200 II

Links ist immer das Bild mit dem 2.8 zu sehen und rechts die Aufnahme mit dem günstigen 4.0. Keines unserer Canonobjektive zeigt die Farben so wie das 70-200 L IS II USM. Dies war für uns vor allem dann unangenehem, wenn im Wechsel mit anderen Objektiven fotografiert wurde. In Lightroom ist dieser kleine Rotstich natürlich schnell behoben, für eine Synchronisation des Weißabgleichs bei vielen unterschiedlichen Bildern ist das allerdings nichts und es dauert in Kombination mit anderen Canon Objektiven dann etwas länger, wenn man es genau nimmt und auf diese Details achtet. Wir haben viele Aufnahmen gemacht, das Ergebniss blieb immer gleich. Farbgehler bei Canon USM 70-200 2.8 IS II

Die Blende mehr ist für Profifotografen natürlich Pflicht und in der Praxis ist es schon ein großer Unterschied, ob in der Kirche mit 1/40sek, f4 bei iso 3200 oder mit 1/40sek, f2.8 bei dann nur noch iso 1600 fotografiert wird. Eine Blende mehr kann in diesen Situationen Gold wert sein und 1000,- Euro Aufpreis nehmen auch wir dafür gerne in Kauf. Wie steht es aber mit den Fotografen, die im Telebereich ungern mit so einer offenen Blende arbeiten, oder unter solch extremen Bedingungen selten oder sogar nie fotografieren?

70-200 2.8 L IS II

70-200 4.0 L IS

Wenn eine etwas stärkere Vignette beim 4.0 nicht stört, das können wir hier schon sagen, ist mit dem Canon 70-200 4.0 L IS USM besser bedient und dies nicht nur weil es günstiger ist. Das f4 Objektiv ist fast 800 Gramm leichter und lässt sich um einiges ruhiger und sicherer halten als das schwere 2.8 Objektiv. Um in der Bildmitte einen Schärfeunterschied zu sehen, bedarf es schon der 100% Ansicht und einem guten Auge, zum Bildrand wird das anders. Jedoch ist schon bei Blende 5.6 der Unterschied nicht mehr so groß. Die Originaldateien befinden sich hinter diesem Link als Zippdatei (90MB) mit allen Testfotos der beiden Objektive. Weitere Aufnahmen und die hier gezeigten Fotos befinden sich darin. Die bei photozone gezeigten Testergebnisse konnten wir nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht zeigen unsere beiden Objektive den Qualitätsunterschied der beiden Modelle nicht so sehr, wie die Canonobbjektive die von Klaus Schroiff im Test verwendet wurden. Wir sind bei den verschiedenen Testaufnahmen zumindest sehr in grübeln gekommen.

Canon 70-200 2.8 ISII

Bleibt als FAZIT zu sagen:

Das Canon 70-200mm 1:4 L IS USM ist jeden einzelnen Euro wert, ein tolles Objektiv das eine tolle Abbildung und sogar die für uns ausgewogeneren Farben hat. Das Canon Telezoom 70-200mm 1:2.8 L ISII USM bringt noch eine Steigerung, die jedoch nur bei sehr genauer Betrachtung zu entdecken ist. Der Autofokus ist schneller, leiser und auch treffsicherer, ebenso ist der Bildstabilisator nicht nur sehr viel leiser, er leistet auch etwas mehr als im günstigeren Modell. Diese Dinge sind jedoch nicht doppelt so gut, wie der Preis vermuten lässt, sondern immer nur etwas besser.

Wem 100% mehr Gewicht und ein Aufpreis von über 1000,- Euro für eine gefühlt 5% bessere Bildqualität und eine Blende mehr wert ist, ist sicher ein Berufsfotograf und setzt eine solche Anschaffung sowieso von der Steuer ab.

70-200 4.0 L IS

Für alle semiprofessonellen Fotografen ist das günstigere Modell in jedem Fall kein Kompromiss, sondern 1. Wahl. Alle Umsteiger vom Vorgänger des Canon 70-200mm 1:2.8 L  IS  USM auf die neue II Version können sich freuen. Der Aufpreis für ein Nachfolgemodell hat sich selten so gelohnt wie in diesem Fall. Der Verbesserungen sind deutlich und ein Umstieg für jeden Berufsfotograf nur zu empfehlen. Zumindestist es ein Test im nächsten Fotogeschäft wert, aber vorsicht (Geld mitnehmen). Einige Händler haben spezielle Umsteigerangebote und nehmen das alte Objektiv gleich zurück.

Für alle die jetzt den Kopf schütteln: Natürlich geht in letzter Konsequenz nichts an einem Topobjektiv wie dem neuen 70-200 L IS II USM vorbei, wir geben es auch nicht mehr her, werden aber auch das f4 Objektiv behalten. Eine Blende mehr hat schon oft über Sie und Niederlage entschieden. Wer mit Fotografie sein Geld verdient, geht nur ungern einen Kompromiss ein  und sollte es auch nicht. Wer das Geld für die 1,6 Kilo ausgiebt, bekommt auch viel. Wir bleiben jedoch dabei, für die hälfte des Geldes gibt es ein sensationelles Objektiv, dass mit dem großen Bruder oft mithalten kann.

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