Bewerbungsunterlagen Fotografenausbildung

Wenn Sie sich für eine Ausbildung zum Fotografen interessieren, möchte ich Ihnen zu diesem Entschluss gratulieren! Der Beruf des Fotografen bietet eine extreme Vielfältigkeit und durch die weiterhin zunehmende Visualisierung der Medien sind die Zukunftsaussichten besser denn je.

Ausbildungsplätze hingegen gibt es leider nur wenige. Weniger als 1000 der 5300 bei der Handwerkskammer gemeldeten Betriebe bieten für 2011 einen Ausbildungsplatz an. Daher sind Ausbildungsplätze im Bereich der Fotografie überall in Deutschland sehr begehrt.

Diese Betriebe sind zudem mit durchschnittlich 2,7 Mitarbeitern oft klein und die Abbruchquote liegt bei den Auszubildenden im Bereich der Fotografie im Spitzenbereich. Es ist daher auch für Sie sehr wichtig das richtige Fotostudio zu finden und einen Berufsfotografen der auch menschlich „passt“.

WICHTIG für Ihre Bewerbung: Fotografie ist zwar ein Handwerk, es handelt sich hierbei aber auch um einen künstlerischen Beruf. Darum darf Ihre Bewerbung gerne vom Standard abweichen. Kreativität ist also bereits bei der Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen gefragt. Hierzu gehört:

– Anschreiben
– Lebenslauf mit Foto (Sympathie ist ein Türöffner)
– Abschlusszeugnis, Kopie
– Fotos, 10-20 Aufnahmen (bevorzugt werden Serien)

Mindestens 10 und maximal 20 eigene Fotos sollten der Bewerbung beigefügt werden. Bitte nicht einfach einen bunten Bildermix zusammenstellen und eintüten. Die Präsentation der eigenen Aufnahmen ist sehr wichtig, es wird viel über Ihre Einstellung und das Engagement für diesen Beruf verraten.

Es muß keine teure Bildmappe sein. Hier sollte Ihre Kreativität beginnen, zeigen Sie Mut und gehen Sie eigene Wege.

Perfekt ist eine Serie, suchen Sie sich ein bestimmtes Thema aus und setzen Sie dies fotografisch um. Ein Fotograf erkennt Ihren fotografischen Blick für Formen, Linien, Details, Komposition und Farben, ganz gleich welchem Thema Sie sich widmen. Es gibt unzählige Möglichkeiten auch ohne finanziellen Aufwand, Fotostudio und Models an herausragende Motive zu gelangen. Vielleicht gibt es in Ihrer Verwandtschaft jemanden mit einem seltenen oder interessanten Beruf. Wie wäre es mit einer vergleichenden Bildserie von Gegenüberstellungen:

Beruf-Hobby,  Hund-Herrchen,  Fußmatte-Haus, Telefon-Raum,  Sehenswürdigkeit-Touristen, Einkaufskorb-Schuhe, Haustier-Mensch,  Auto-Beruf, Handy-Ohren, Mensch in Bewegung-Uhr, Tiere im Zoo-Besucher  usw usw.

Oder verbringen Sie doch einmal 2-3 Tage an einer Essensausgabestelle für Obdachlose, nach einem vorangegangenem ehrlichen Gespräch haben Sie mehr gewonnen als nur ein interessantes Bild. Es könnte auch ein Praktikumsplatz im Altenheim sein, oder die Mithilfe bei Wohlfartsverbänden wie der Caritas oder dem roten Kreuz. Es geht nicht nur um neue Motive sondern auch um neue Erfahrungen beim Umgang mit Menschen.

Eine Fotoserie, die einem jungen Menschen im Gespräch mit solch kamerascheuen Menschen gelingt, wird jeden Fotografen tief beeindrucken und das persönliche Bewerbungsgespräch ist Ihnen sicher.

Denn einen letzten Punkt sollten Sie bei aller Kreativität und künstlerischen Anspruch nicht vergessen: Bei der Ausbildung zum Fotografen, einem Beruf mit 100% Kundenkontakt,  geht es vor allem auch um Kommunikation und den Umgang mit Menschen.

Schreibe einen Kommentar